Wer Abwartet scheitert! – Warum Abwarten bei der Partnersuche der absolute Killer ist

Julia Schulz und Stefanie Wittmann, die Gründerinnen von https://xtr*****.**te, sind im Laufe ihrer Karriere zu echten Beziehungsexperten geworden. Wir haben schon mehrere Interviews mit Ihnen geführt und jetzt wollten wir von ihnen wissen, ob das überall hoch angepriesene Abwarten bei der Partnersuche tatsächlich hilfreich ist.

leefty:
Hallo Julia, hallo Stefanie, schön euch wieder zu sehen. Wie ihr wisst wollen wir heute mit euch über das Thema „Abwarten“ bei der Partnersuche sprechen. Wie steht ihr dazu?

Julia:
Lass uns mit einer kleinen Geschichte anfangen. Es ist Sonntag Nachmittag. Der Regen prasselt gegen die Fensterscheiben. Lena stellt den Fernseher eine Stufe lauter. Nein, zwei, es soll ja eine gerade Zahl sein. Die Tage sind inzwischen ganz schön kurz geworden, der Herbst neigt sich dem Ende zu. Ein weiterer Winter, ein weiteres Weihnachten alleine. Lena fragt sich, warum sie plötzlich melancholisch wird. Letztes Wochenende hat sie noch völlig überzeugend verkündet, dass sie unglaublich gerne Single ist und das Single-Leben so viele Vorteile mit sich bringt. Sie hat allen glaubhaft erzählt, dass sie die Zeit des Single-Daseins total genießt. Dann muss sie an eine Folge in ihrer Lieblingsserie denken. Das sicherste Rezept um sich zu verlieben ist demnach der Satz „Ich will jetzt keine Beziehung“. Diesen Satz hat sie mehr als oft genug gesagt. Passiert ist allerdings nichts. Keine zufällige Bekanntschaft, die ihr die Tür aufgehalten und sich in ihren Augen verloren hat. Kein Mann in der Stammkneipe, der sie für mehr als eine Nacht mit nach Hause nehmen wollte. Keine Herzchen, kein Funkeln, keine romantische Musik. Nicht, dass Lena sowas überhaupt erwarten würde, aber der Serie zu Folge hat sie alles getan um den perfekten Partner zu finden. Nämlich nichts.

Stefanie:
Und damit ist Lena nicht alleine. Laut Statistiken gibt nur jeder vierte Single an aktiv auf Partnersuche zu sein. Im Gegensatz dazu sehnen sich über 75% der jungen Alleinsehenden nach einer ernsthaften, langen Beziehung. Aber wie passen diese beiden Zahlen zusammen? Ganz einfach: In unserer Gesellschaft hat sich as „Abwarten und Tee trinken“ leider extrem durchgesetzt. Leider bringt es nichts. Und das aus einem simplen Grund: Wer sagt, dass er nicht sucht und sich lieber finden lässt, signalisiert jedem potentiellen Partner, dass er auch keinen Platz in seinem Leben für ihn einräumen würde. Um den richtigen Partner zu finden muss man aktiv werden. Denn auch, wenn man nicht gleich in die Vollen gehen möchte, mit Familie, Verantwortung und Co, so will man trotzdem in der Beziehung die oberste Priorität für den Partner sein. Und um das zu bekommen muss man eben auch selbst Zeit investieren.

leefty:
Ok, also ist Abwarten keine Lösung. Aber was dann?

Julia:
Warte, die Geschichte geht weiter: Frustriert denkt Lena an ihre beste Freundin, die ihr explizit geraten hat nicht einfach abzuwarten und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sie seufzt, gibt dem Ratschlag ihrer besten Freundin nach und greift zu ihrem Handy. Die Dating-App kann man ja mal ausprobieren. Obwohl das eigentlich ja nur Verzweifelte tun und Lena ist definitiv nicht verzweifelt.

Stefanie:
Das Klischee des Internet Datings hält sich noch immer hartnäckig. Heutzutage sollte das aber eher Normalität sein. Ganz ehrlich, wer kennt nicht im persönlichen Umfeld mindestens ein Paar, das sich über irgendein Portal kennen gelernt hat? Ein großer Teil des heutigen, modernen Lebens spielt sich im Internet ab. Warum sollte man also die Partnersuche davon ausschließen? Heutzutage ist ein Profil auf einer Dating-Plattform definitiv kein Grund mehr um sich zu schämen. Spätestens wenn man sich einmal angemeldet hat fallen alle Hemmungen. Egal ob man auf der Suche nach einer schnellen Nummer oder der großen Liebe ist. Die Erfolgschancen sind heutzutage im Internet wesentlich größer als in der nächsten Bar.

leefty:
Das klingt ja wirklich sehr einfach. Gibt es beim Internetdating denn auch Hürden, die man überwinden muss?

Julia:
Schauen wir zuerst wieder zu Lena. Sie kann vertrauen, zumindest glaubt sie das. Und selbstbewusst ist sie auch. Aber trotzdem beschleichen sie ein paar Zweifel, als sie ihr Profil erstellt. Was ist, wenn sie dem heutigen Ideal nicht mehr entspricht? Sie ist jahrelang akzeptiert worden wie ist ist mit allen Ecken und Kanten. Und plötzlich muss sie vorsichtig sein, sich wieder von ihrer besten Seite zeigen.

Stefanie:
Dieses Phänomen kennen viele. In einer Beziehung darf man sein wie man wirklich ist, muss sich nicht verstellen und kennt seinen Gegenüber in- und auswendig. Und plötzlich fühlt man sich wieder wie ein unerfahrener Teenager, wenn es um einen neuen Menschen geht, den man in sein Leben lassen soll. Hier spielt die Angst der Zurückweisung immer mit. Jedes mal, wenn er sich nicht meldet oder wenn es mal wieder nicht gefunkt hat kommt das Gefühl auf nicht mehr zu reichen. Doch das sollte es nicht. Denn für die Partnersuche braucht es vor allem Mut und Selbstvertrauen. Und einfach nichts tun hat nunmal wenig mit Mut und Selbstvertrauen zu tun.

leefty:
Was haltet ihr von der Aussage: „Willst du gelten, mach dich selten“?

Julia:
Ganz ehrlich? Mit dieser Strategie bleibt man eher alleine. Denn der Grat zwischen rar machen und zickig wirken ist sehr, sehr schmal. Ja, es stimmt, dass es nicht attraktiv ist, wenn man bedürftig wirkt. Aber die „schwer zu erobern“-Strategie ist wenig erfolgsversprechend. Wenn man sich mal umschaut, welche Frauen sich noch auf Dating-Seiten tummeln wird schnell klar, dass die Konkurrenz sehr groß ist. Das bedeutet mit dieser Strategie bekommt man meist nur die Männer ab, die keine mutige und aktive Frau haben wollen. Und dann darf man sich hinterher nicht wundern, warum man einen Partner hat, der einen permanent unterdrücken will und nur wenig kompromissbereit ist.

leefty:
Was ist euer Geheimtipp für die Partnersuche?

Julia und Stefanie:
Übung! Es ist in jedem Bereich im Leben das Gleiche, es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen. Habt ihr schon mal das erste Werk eines Konditors gehen? Na also. Am besten ist es einfach zu schreiben, zu flirten und zu Daten. So unbedarft und locker wie möglich. Und irgendwann, wenn du nicht mehr darüber nachdenken musst was du wann tust, was richtig und was falsch ist, dann läuft es. Und denke immer daran: Im schlimmsten Fall wird eine heiße Nacht daraus.
Sei einfach du selbst, sei eine neugierige, offene und liebenswürdige Person. Der Rest geht von ganz alleine!

leefty:
Vielen Dank für die Offenheit ihr zwei! Wir hoffen euer Portal https://xtr*****.**te wird bald zu einer echten Konkurrenz für Tinder und Co. Aber vielleicht ist es gar nicht schlecht, wenn es noch eine Zeit lang klein bleibt. Geheimtipps sind schließlich immer klein und unbekannt 😉